PKV oder GKV im Referendariat: Was lohnt sich?

Der ehrliche Vergleich für angehende Beamte in Baden-Württemberg – inklusive der Fälle, in denen die gesetzliche Kasse die bessere Wahl ist.

Mit dem Start ins Referendariat steht eine wichtige Entscheidung an: private (PKV) oder gesetzliche Krankenversicherung (GKV)? Für die meisten angehenden Beamten ist die PKV deutlich günstiger und leistungsstärker – aber nicht für jeden. Hier bekommst du den ehrlichen Überblick.

Der entscheidende Unterschied: die Beihilfe

Sobald du zur Beamtin oder zum Beamten auf Widerruf ernannt wirst, hast du Anspruch auf Beihilfe. Dein Dienstherr – in Baden-Württemberg das Land – übernimmt damit einen Teil deiner Krankheitskosten (für die meisten 50 %). Den Rest sicherst du privat über eine beihilfekonforme Restkostenversicherung ab. Beihilfe und PKV ergeben zusammen 100 %.

Bleibst du dagegen freiwillig in der GKV, kannst du in Baden-Württemberg seit 2023 die pauschale Beihilfe wählen: Dein Dienstherr übernimmt dann die Hälfte deines Kassenbeitrags. Wer darauf verzichtet, zahlt den vollen Beitrag selbst. Die Entscheidung für die pauschale Beihilfe ist unwiderruflich – du gibst damit den Anspruch auf die klassische, aufwendungsbezogene Beihilfe auf (§ 78a Landesbeamtengesetz BW).

Warum sich die PKV für die meisten lohnt

Wann die GKV sinnvoll sein kann

Ehrlich ist ehrlich: Die PKV ist nicht in jedem Fall die beste Wahl. Die gesetzliche Kasse kann sinnvoll sein, wenn:

In Baden-Württemberg gibt es seit dem 1. Januar 2023 die pauschale Beihilfe: Statt der klassischen Beihilfe erhältst du einen Zuschuss von 50 % zu deinem Krankenversicherungsbeitrag – auch in der freiwilligen gesetzlichen Kasse. Die Wahl ist unwiderruflich und an Fristen gebunden. Wir rechnen sie im Einzelfall gemeinsam durch (Quelle: KVBW, § 78a Landesbeamtengesetz BW).

Was kostet die PKV im Vergleich?

PKV im Anwärtertarif (Referendariat)ca. 60–100 €/Monat
PKV nach der Ausbildungca. 200–350 €/Monat
GKV (freiwillig, ohne Beihilfe-Vorteil)voller Beitrag selbst

Grobe Orientierung inkl. Pflegepflichtversicherung, ohne Gewähr. Die GKV-Beiträge richten sich nach deinem Einkommen; die PKV nach Tarif, Eintrittsalter und Gesundheitszustand.

Wichtig: Die Entscheidung gut überlegen

Ein späterer Wechsel zurück von der PKV in die GKV ist nur eingeschränkt möglich – meist nur über eine sozialversicherungspflichtige Anstellung oder die Familienversicherung. Wenn du dir noch unsicher bist oder dein Weg sich ändern könnte, sichert dir eine Anwartschaft deinen günstigen PKV-Zugang. Und: Gesundheitsfragen solltest du immer vollständig und korrekt beantworten – bei Vorerkrankungen hilft eine anonyme Risikovoranfrage.

Häufige Fragen

Nein. Anders als Angestellte erhalten Beamte keinen Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung. Stattdessen gibt es die Beihilfe – die aber nur in Kombination mit einer beihilfekonformen privaten Restkostenversicherung ihren vollen Vorteil entfaltet.

Bei guter Tarifwahl nicht. In jungen Jahren werden Alterungsrückstellungen gebildet, und als Pensionär:in steigt die Beihilfe meist auf 70 %, sodass dein Eigenanteil sinkt. Wichtig sind ein großes Versichertenkollektiv und optional ein Baustein zur Beitragsentlastung im Alter.

Nur eingeschränkt – in der Regel über eine sozialversicherungspflichtige Anstellung oder die Familienversicherung des Partners. Deshalb sollte die Entscheidung gut überlegt sein, und eine Anwartschaft hält dir Optionen offen.

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